Somatische Meditation: Wie somatische Meditation uns dabei unterstützt, Angst und Furcht aufzulösen

Es wurde nachgewiesen, dass regelmäßige Meditation die Herzfrequenz beeinflusst, Ruhe, Zentriertheit und emotionales Gleichgewicht fördert. Die Achtsamkeitsbewegung hat hervorgehoben, dass achtsam und präsent zu sein unser geistiges und körperliches Wohlbefinden unterstützt, und derzeit wird verstärkt Wert darauf gelegt, den Körper in die Achtsamkeitspraxis einzubeziehen, da Körperbewusstsein nachweislich eine tiefere Verbindung zu uns selbst fördert.

Somatische Meditation ist eine Form der Meditation, die das Bewusstsein für den Körper einbezieht. Indem wir mit den Empfindungen in unserem Körper präsent sind, entwickeln wir eine Verkörperung unserer Gefühle und einen Zustand der Präsenz, der eine Vereinigung zwischen Körper und Geist integriert. Anstatt nur den Geist in die Meditationspraxis einzubeziehen, beziehen wir Körper und Geist ein, was es uns ermöglicht, einen Zustand der Einheit zu erfahren, der in unserem gesamten Körper spürbar ist.

Somatische Meditation nutzt, wie andere Meditationspraktiken auch, häufig den Atem, um unsere Konzentration zu zentrieren. Während wir uns auf den Ein- und Ausatem konzentrieren, verlangsamen sich unsere Atmung und Herzfrequenz, und andere physiologische Prozesse übernehmen die Führung und bringen unseren Körper in einen tiefen Zustand der Ruhe. Es kommt zu einem erhöhten Fluss von Rückenmarksflüssigkeiten und Sauerstoff im Blut, was das autonome Nervensystem unterstützt und den parasympathischen Zweig aktiviert, der für die Entspannung der glatten Muskulatur, die Regulierung der Verdauung und Drüsenfunktionen sowie die sexuelle Erregung verantwortlich ist. Da das parasympathische Nervensystem dem sympathischen Nervensystem entgegenwirkt (welches der entgegengesetzte Zweig des autonomen Nervensystems ist und für die adaptive Stressreaktion verantwortlich ist), führt die Hochregulierung des parasympathischen Nervensystems zu einer Herunterregulierung des sympathischen Nervensystems. Dies bedeutet, dass der Spiegel von Stresshormonen wie Adrenalin oder Cortison sinkt. Daher hilft somatische Meditation bei der Stressreduktion.

Die Praxis der Somatischen Meditation hat zwei Aspekte, die als „Achtsamkeits“-Praxis und „Gewahrseins“-Praxis beschrieben werden können. Traditionell finden sich diese beiden Aspekte in allen Formen buddhistischer Meditation und werden als „Shamatha“ und „Vipashyana“ bezeichnet. Der Aspekt der Achtsamkeit wird geübt, indem man sich darauf konzentriert, im Körper präsent zu sein. Durch diese Präsenz können wir uns mit der innewohnenden Wachheit verbinden, die bereits im Körper selbst vorhanden ist.

Der Aspekt des Bewusstseins wird praktiziert, indem wir erforschen, was wir entdecken, wenn wir unserem Körper mit einem offenen und nicht wertenden Geist Aufmerksamkeit schenken. Zustände von Angst, Furcht oder anderen starken Emotionen führen uns normalerweise zur Entkörperung, da wir versuchen, uns von solch unangenehmen Gefühlen zu entfernen. Dies sabotiert jedoch unser körperliches, emotionales, soziales und spirituelles Wohlbefinden. Wenn wir Meditation als somatische Disziplin betrachten, wird die spirituelle Reise dann nicht als Trennung von allem Physischen, Weltlichen und Unreinen gesehen, sondern vielmehr als ein Prozess des tieferen Eintretens in diese Aspekte unserer Existenz. Indem wir mit allen Aspekten von uns selbst präsent sind, kann sich unsere wahre spirituelle Reise entfalten und zu einer dauerhaften und allumfassenden Transformation führen.

Unser Körper ist wie ein Portal, durch das viel größere Bereiche unseres Seins zugänglich werden. Aus Sicht der somatischen Tradition ist der Körper nicht nur der Tempel der Erleuchtung, sondern auch das Tor zum Erkennen, Berühren und Hingeben an die Totalität des Seins.

Wie können wir dies auf Angst und Gefühle der Furcht anwenden, fragen Sie sich vielleicht?

Erstens werden Sie, indem Sie Ihre Praxis mit dem Fokus auf Ihren Körper beginnen, den Fokus auf Ihre ängstlichen Gedanken loslassen. Stattdessen werden Sie beginnen, die Empfindungen in Ihrem Körper zu spüren, die damit verbunden sind. Durch die Praxis der Konzentration auf ein Objekt, z. B. den Atem, verlangsamt sich Ihre Atmung und Ihr Körper beginnt sich physiologisch zu entspannen. Dies wirkt sich wiederum darauf aus, wie Sie sich fühlen. Wenn Ihr Körper entspannter ist, entspannt sich auch Ihr Geist.

Zweitens wird die Praxis Sie dazu auffordern, Ihre Gefühle mit Offenheit und ohne Bewertung zu erforschen. Aus einem tieferen Zustand der Verbundenheit mit sich selbst und dem Kosmos werden Sie in der Lage sein, die Kausalität Ihrer Gefühle und die Anhaftungen an sie zu erkennen. Dies wiederum wird Ihnen helfen, sie loszulassen.

Drittens werden Sie, da der Körper als Portal zu tieferen Bewusstseinszuständen dient, ein Gefühl der Beruhigung und tieferen Verbundenheit erfahren, das Ihnen helfen wird, Ihre Zustände von Furcht und Angst aufzulösen, da Sie nun eine Integration in Richtung Einheit Ihres Seins erleben (anstatt getrennte Aspekte von sich selbst zu fühlen).

Im Allgemeinen hilft Ihnen somatische Meditation, wie andere Meditationsansätze auch, etwas Raum um Ihre Gefühle und Empfindungen zu schaffen, während sie Sie dabei unterstützt, ein Gefühl von Ruhe und Hingabe zu entwickeln. Somatische Meditation wird Sie insbesondere dazu anleiten, ein Fundament in Ihrem Körper zu entwickeln, das als Behälter fungiert, um all Ihre Erfahrungen zu halten. Somatische Meditation wird daher tiefe Zentriertheit, Ruhe und Präsenz mit allem, was ist, fördern und unterstützen.


Literaturverzeichnis:

Ray, R. (2016). The Awakening Body. Somatic Meditation for discovering our deepest life. Shambala.

Mischke-Reeds, M. (2015). Eight Keys to practicing Mindfulness. Practical strategies for emotional health and well-being. Norton.