Es gibt viele Gründe, warum Menschen in ihrem Leben emotionale oder psychologische Traumata erleben: Unfälle, Missbrauch, der plötzliche oder unerklärliche Tod eines geliebten Menschen oder sogar ungelöste Kindheitswunden sind nur einige davon. Manchmal können Symptome des Traumas im späteren Leben auftreten und dazu führen, dass die Person Angst, Depression oder ein tiefes Gefühl der Entfremdung erlebt. Die Behandlung des gesamten Körpers auf ganzheitliche, nicht-invasive Weise hat sich als äußerst vorteilhaft für die Traumaauflösung erwiesen.

Das Wort Trauma stammt von einem griechischen Wort, das Wunde im physischen Sinne bedeutet. Heute jedoch ist der Begriff Trauma dazu gekommen, sowohl eine körperliche als auch eine emotionale Störung zu bezeichnen. Traumatische Ereignisse sind solche, die Bedrohungen für das Leben oder die körperliche Unversehrtheit beinhalten oder eine nahe persönliche Begegnung mit Gewalt oder Tod darstellen. Durch diese Erfahrungen können Menschen traumatisiert werden, weil ihre Fähigkeit, mit der wahrgenommenen Bedrohung umzugehen oder darauf zu reagieren, die außerhalb ihrer Kontrolle liegt bzw. lag, eine dauerhafte Wirkung auf ihre Psyche hat. Traumatische Ereignisse konfrontieren Menschen mit den Extremen von Hilflosigkeit, Terror oder Kontrollverlust. Nach dem Ereignis können Menschen auch mit Schuld- oder Schamgefühlen zurückbleiben, wie sie persönlich auf das Ereignis reagiert haben.
Laut der American Psychiatric Association (2000) können häufig identifizierte traumatische Ereignisse sexuelle oder körperliche Übergriffe, Terrorismus, häusliche Gewalt, Unfälle, Vernachlässigung, schwere Krankheiten sowie von Menschen verursachte oder natürliche Katastrophen umfassen. Diese Ereignisse können einmalige Vorfälle oder langfristige sein, und einige Ereignisse werden möglicherweise sogar übersehen. Übersehene Ereignisse können den plötzlichen Tod eines geliebten Menschen oder Kindes oder das Zerbrechen einer bedeutenden Beziehung umfassen.
Manchmal finden sich Menschen, die ein Trauma oder traumatische Ereignisse erleben, regelmäßig überwältigt von Gefühlen und Gedanken, die das Ereignis selbst umgeben. Dies liegt daran, dass ihr internes körperliches Regulationssystem aus dem Gleichgewicht geraten ist und sie sich verletzlich oder sogar emotional außer Kontrolle fühlen.
Traumatherapie ist insofern einzigartig, als sie darauf abzielt, dieses Gefühl der Kontrolle wiederherzustellen und der Person zu helfen, sich kontrollierter und sicherer zu fühlen. Die Arbeit mit dem Körper ist eine hervorragende Möglichkeit, Vertrauen zurückzugewinnen und das Selbstbewusstsein zu fördern, da sie Zugang zum sogenannten impliziten Gedächtnis ermöglicht – einem Gedächtnis, das unbewusst im Körper gespeichert ist. Gesprächstherapie allein kann diese Erinnerungen nicht erreichen, da sie von der unter dem Trauma leidenden Person nicht bewusst artikuliert werden können. Wenn wir ein traumatisches Ereignis erleben, ist unsere evolutionäre Reaktion Kampf, Flucht oder Erstarrung. Wenn wir während einer traumatischen Situation nicht in der Lage sind, auf diese Überlebensmechanismen zu reagieren, speichert unser Körper diese Erinnerung innerlich. Forschungen haben gezeigt, dass diese Erinnerungen die Fähigkeit haben können, neu zu programmieren, wie wir körperlich und psychologisch auf Trauma oder Stress in der Zukunft reagieren. Beispielsweise kann ein erschreckender Autounfall das Opfer dazu bringen, jedes Mal intensive Angst zu empfinden, wenn es sich in ein Auto begibt. Ihre Reaktion besteht einfach darin, das vergangene Trauma immer wieder zu durchleben, und ohne therapeutische Intervention verhindert dies, dass sie ihre Erfahrung integrieren können.
Durch die Anwendung eines ganzheitlichen Ganzkörperansatzes zur Heilung von Traumata kann man lernen, die eigene innere Erfahrung sicher und ohne Urteil zu beobachten und zu lernen, wie man ihr einen Sinn gibt. Dies verändert folglich die Wahrnehmung der traumatischen Erfahrung und programmiert im Wesentlichen das Reaktionssystem darauf vollständig neu. Heilung geschieht, wenn wir in unserem Körper präsent sind.